Ist mehr als etwa 30 % der Nagelplatte oder sind mehr als 30 % der Nägel betroffen, reicht eine alleinige Behandlung mit medizinischem Nagellack häufig nicht mehr aus. Eine systemische Tablettentherapie kann eine Erfolgsquote von etwa 80 % erreichen, ist jedoch mit möglichen Nebenwirkungen verbunden und muss je nach Präparat über mehrere Monate durchgeführt werden.
In meiner Praxis setze ich seit 2014 auf eine kombinierte, leitliniengerechte Lasertherapie. Zunächst wird mit dem CO₂-Laser erkranktes Nagelmaterial abgetragen und die verdickte Nagelplatte gezielt ausgedünnt. Anschließend kommt der eigentliche Nagelpilzlaser mit 1064 nm zum Einsatz: Die Nagelplatte und das darunterliegende Gewebe werden dabei kontrolliert auf etwa 60–70 °C erwärmt, um den Pilz gezielt zu schädigen. Dies ist schmerzfrei und unschädlich.
Da Pilzsporen sehr widerstandsfähig sind, werden die Laserbehandlungen in der Regel alle 6–8 Wochen wiederholt, bis eine weitgehende optische Normalisierung erreicht ist. Zwischen den Laserbehandlungen wird täglich ein antimykotischer Nagellack angewendet, um den Behandlungserfolg zu unterstützen und das Risiko eines erneuten Befalls zu reduzieren.
Wichtig ist Geduld: Ein durch Nagelpilz geschädigter Nagel wächst deutlich langsamer als ein gesunder Nagel – häufig nur etwa 1 mm pro Monat. Bis ein vollständig gesunder Nagel nachgewachsen ist, kann daher trotz erfolgreicher Behandlung eine längere Zeit vergehen.
Meine Erfahrung: Nach mittlerweile mehr als zehn Jahren Erfahrung mit dieser kombinierten Behandlung liegt die Erfolgsrate in meiner Praxis nach meiner bisherigen Erfahrung auf einem ähnlichen Niveau wie bei einer systemischen Tablettentherapie – bei gleichzeitig lokalem Behandlungsansatz.
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